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katēgoría (Kant)
KrV: K. als reine Verstandesbegriffe, die den Urteilen entsprechen: 4 Gattungen (Quantität, Qualität, Relation, Modalität) zu je 3 Unterteilungen = 12 Kategorien (Einheit, Vielheit, Allheit; Realität, Negation, Einschränkung; Substanz, Ursache, Gemeinschaft; Möglichkeit, Dasein, Notwendigkeit).
hýle
Vorsokratiker (referiert bei Arist.): setzen als ἀπσὴ πάνηων (dasjenige, woraus - ἐξ οὗ - etwas entsteht und wohinein - εἰρ ὅ - es vergeht = ὑποκείμενον = θύζιρ) die ὕλη (Begriff kommt nicht vor!), z.B. Anaximenes „Luft“.
hýle (Platon)
ὕ. nicht als fester Terminus und nicht in der Bedeutung „Materie“. Tim.: Grundstoff der Vorsokratiker ist je keine Substanz, sondern Qualität (ποιόηηρ); „Materie“: ἐξ οὗ; Philebos: ἄπειπον.
hýle (Aristoteles)
εἶδορ (μοπθή) und ὕλη als zwei Prinzipien der (aus Form und Materie zusammengesetzten) Substanzen. ὕ. ist ungestaltet (ἄμοπθον), aber nicht abgetrennt (σωπιζηόν); sie ist Substanz (οὐζία), aber nur in untergeordneter Weise (weil nicht σωπιζηόν und weil kein bestimmtes Etwas = ηόδε ηι) – als Substrat (ὑποκείμενον) der Veränderung (μεηαβολή). Obwohl ὕ. nicht getrennt existiert, muss sie gedacht werden als Beraubung (ζηέπηζιρ) der Form. ὕ. ist eine der vier Ursachen (Materialursache). Individuationsprinzip (principium individuationis) der Gattungs-Form. Problem der ersten Materie (ππώηη ὕλη, materia prima): undiffe- renzierter Urstoff? ὕ. νοηηή bei mathemat. Objekten.
hýle (Stoa)
2 Prinzipien: das Leidende (πάζσον) ist die ὓ. - eigenschaftslos (ἄποιον), aber οὐζία; das Aktive (ποιοῦν) ist der λόγορ bzw. seine Verstofflichung (πνεῦμα).
Akadḗmeia / Akademía
Die Schule war am Tempelbezirk des lokalen Heros Ἀκάδημος (2 km nordwestl. des antiken Athen) erbaut worden, dessen Name in der Folge auf sie überging (blieb bestehen auch nach der späteren Übersiedlung in die Innenstadt Athens, spätestens im 1. Jh. v. Chr.)
Akadḗmeia / Akademía (Platon)
Platon gründete ca. 385 v. Chr. vermutlich nach dem Vorbild der Pythagoreer eine Philosophie-Schule, rechtlich gesehen ein privater Kultverein (inkl. kultischer Verehrung der Musen). Leiter: Scholarch auf Lebenszeit. Vorläufer heutiger Universitäten (wiss. Forschung und Lehre) Tod Platons 347 v. Chr.
Akadḗmeia / Akademía (Hellenismus)
Alte A. (347-268): Speusipp, Xenokrates Mittlere A. Arkesilaos v. Pitane (315-241, Scholarch ab 268): Beginn 200 Jahre skeptische Phase Neue Akademie: Karneades v. Kyrene (213-128): Reden für und gegen die Gerechtigkeit an zwei aufeinander folgenden Tagen in Rom (Gesandtschaft von Oropos) Philon von Larissa (158– ca.80 v. Chr.): Lehrer Ciceros; von nun an: eher „Platoniker“ (Jünger Platons) als „Akademiker“ (Skeptiker) in der Akademie 529 n. Chr.: Schließung der heidnischen Stätte
Akadḗmeia / Akademía (MA)
Gelehrtenkreis um Karl den Großen bezieht sich namentlich auf die A. Ansonsten wenig Erwähnung, wobei Akademiker im MA als Skeptiker bezeichnet werden (vgl. Augustinus: Contra Academicos)
Akadḗmeia / Akademía (Neuzeit)
2. Hlfte 15. Jh.: „Accademia Platonica“ zu Florenz um Marsilio Ficino (Medici!): Beschäftigung v.a., aber nicht nur mit Platon, der aber vorwiegend in Gestalt des Neuplatonismus behandelt wird. 16./17.Jh: viele Neugründungen (ohne inhaltlichen Bezug zu Platon und ohne Lehraufgaben)
Epikúreioi
Ἐπίκοσρος (342/341 – 271/270 v. Chr.), mächtigste Phil.schule der Antike neben Akademie, Peripatos, Stoa
Kynikoí
κύων, Genetiv κσνός „Hund“. Oder von Κσνόσαργες (Gymnasium im Nordosten Athens, dem Herakles heilig)
Perípatos
Die Schule des Aristoteles wird seit dem 2. Jh. v. Chr. (Hermipp) als π. bezeichnet. Ableitung vom Verb περιπατέω „umhergehen, wandeln“. Ableitung könnte aber auch eine neuplatonische Legende sein, die sich dann später über F. Patrizzi (Discussiones peripateticae, 1581) in der Neuzeit festsetzt.
Stoá
Jede griechische Polis besitzt (auf ihrer Agora, im Gymnasion, im lokalen Heiligtum) eine oder zumeist mehrere Säulenhallen (ζηοά; Form: geschlossene Rück- und Schmalseiten, offene Vorderseite mit Säulen)  umgangssprachlicher Begriff
Ideologie (Destutt de Tracy)
1796: I. als Bezeichnung einer neuen „Wissenschaft der Ideen“ („science des idées“; Idee als sinnliche Wahrnehmung - auf ihr als Ausgangspunkt der Erkenntnis baut jedes Wissen auf).
Ideologie (Schule der Ideologen)
Beziehung zwischen Physiologie und Moral; Abhängigkeit des menschlichen Denkens, Fühlens und Wollens von seiner physischen Existenz. Areligiöse, empiristische Lehre. Großer Einfluss auf Unterricht und Erziehung im Frankreich der Revolution. Napoleon zuerst Anhänger, später Gegner; prägt die pejorative Bedeutung von I.: wesenloses und praxisfremdes Räsonnieren und Theoretisieren.
Ideologie (Deutschland)
Die Bewahrer der alten Ordnung bezeichnen jene als „Ideologen“ (i.e. „Träumer, „Schwärmer“, „Theoretiker“), die sich um Reformen aus dem Geist der Menschenrechte bzw. der Franz. Revolution bemühen. I. wird zum Schimpfwort für jedes realitätsferne Denken. Andererseits: I. mit positiver Konnotation: Idee als geistige Kraft oder auch (z.B. platon.) Idee der Vernunft.
Ideologie (Marx)
I. 1. als theoretische, idealistische Weltdeutung; 2. als „falsches Bewusstsein“ in der Form der Allgemeinheit; I. der herrschenden Klasse („ideologischer Überbau“ im Gegensatz zur realen Basis der ökonomischen Struktur der Gesellschaft); I.- Kritik muss die Praxisrelevanz sichtbar machen und korrigieren. Positive Umdeutung bei Lenin: I. als Ausdruck des proletarischen Klasseninteresses - die strategische, bewußtseinsmäßige Umsetzung und Ausrichtung der Resultate des wiss. Sozialismus (im Gegensatz zur bürgerlichen I.). Psychologie, Wissenssoziologie. Frankfurter Schule. 1. Hlfte 20. Jh: I. findet (in allen Bedeutungen) weite Verbreitung. Danach Bedeutungszersplitterung.
Ontologie (Gockel)
(1547-1628) kontemplative Wissenschaften: 1. abstractio physica: 2. abstractio mathematica UND abstractio ὀντολογική; 3. abstractio transnaturalis. O. ist philosophia de ente (Lehre vom Seienden und den Trans- zendentien), während scientia transnaturalis die Lehre von Gott und den Intelligenzen ist. Vgl. Pererius (+ 1610): Trennung der Meta- physik in allgemeine und spezielle Seinswissenschaft (vs. Aristoteles: Einheit der Metaphysik zwischen den Polen Seins- und Gotteswiss.).
Ontologie (du Hamel)
(1624-1706): Dreiteilung Metaphysik: 1. O. , erste Philosophie, scientia generalis; 2. Ätiologie, metaphysica proprie dicta, untersucht die Gründe der Dinge, die von der Materie getrennt sind (res abstractae); 3. theologia naturalis (Gott und Seele). Innere Einheit der drei Teile.
Ontologie (Kant)
an die Stelle von O. tritt die bloße Analytik des reinen Verstandes: Transzendentalphilosophie als Wissenschaft von den allgemeinsten Begriffen und Grundsätzen aller natürlichen und sittl Dinge überhaupt (die apriorischen Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis) – Prodpädeutik einer (neuen!) Metaphysik.
Ontologie (Husserl)
O. als streng apriorische Wiss.: formale O. (behandelt die formalen Kriterien im Wesen „Gegenstand überhaupt“), der die regionalen bzw. materialen O.en (Wesenswissenschaften: das transzendente Eidos als Ergebnis der eidetischen Reduktion) untergeordnet sind. (Metaphysik hingegen hat das transzendentale Faktum zum Gegenstand).
Ontologie (Heidegger)
“ontolog. Differenz“ zwischen Sein und Seiendem. Fundamental-O. denkt die Wahrheit des Seins des Seienden, währd O. (transzendentale od. vorkrit.) nur die Wahrheit des Seienden denkt. Analytische Phil.: radikale Kritik der O. (z.B. R. Carnap)
Pantheismus
Der Sache nach seit Anbeginn des Denkens (Stoa, Gnosis, Plotin, G. Bruno, B. Spinoza, ...): Gott allein im Diesseits, ohne Jenseits: Immanenz Gottes bis hin zur Identität mit der Welt. Schöpfung als Emanation. Frömmigkeit in All-Einheits- Mystik. Allegorische Interpretation der hl. Schriften der Religion. Spielart Panentheismus: Synthese von Theismus und P.; alle irdischen Erscheinungen haben göttl. Charakter, dennoch hat der persönliche Gott ein übergeordnetes Wesen.
Pantheismus (P.-Streit)
wichtige Auseinandersetzung der deutschen Auf- klärung um die Frage, ob der P. notwendig zum Atheismus führe (F. H. Jacobi „denunziert“ G. E. Lessing als Spinozisten: „Über die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn“, 1785).
Pantheismus (Schoppenhauer)
„ P. ist die vornehme Form des Atheismus.“
Pantheismus (Feuerbach)
P. als Zwischenstadium auf dem Weg vom Theismus zum Atheismus.
Phänomen (empiristisch)
„Rettung der Phänomene“ (des sinnlich Gegebenen). Descartes: Phaenomena = Naturerscheinungen. Hobbes. Newton.
Phänomen (transzendental)
„Man suche nur nichts hinter den Phänomenen – sie selbst sind die Lehre“ (Goethe). Kant: Kritik am Empirismus; Phainomenon (Erscheinung für uns) vs. Noumenon (Ding an sich).
Phänomen (phänomenologisch)
Phänomenologie als „Wissenschaft von den reinen Phänomenen“ („zu den Sachen selbst“); Wiss.kritik fordert vorurteilslose Beschreibung; Ablehnung einer unzugänglichen Welt der Dinge an sich.
Phänomenologie (Lambert)
(1764): Ph. als „Theorie des Scheins und seines Einflusses in die Richtigkeit und Unrichtigkeit der menschlichen Erkenntniß“.
Phänomenologie (Herder)
Ph. als Beschreibung der Erscheinungen des Gesichtsinns zur Vorbereitung seiner Ästhetik
Phänomenologie (Kant)
PhänomenologiePh. als jener Teil der Bewegungslehre, der Bewegung und Ruhe im Hinblick auf die Kategorien der Modalität bestimmt.
Phänomenologie (Hegel)
Wissenschaft der Erscheinungen (Darstellungsformen) des absoluten Geistes: „die Wissenschaft des erscheinenden Wissens“ in seiner stufenweisen Entwicklung zum „wahren“ oder „absoluten Wissen“, in dem Wesen und Erscheinung zusammenfallen.
Theodizee (Epikur)
Macht, Güte und Gerechtigkeit lassen sich nicht vereinbaren mit den Übeln der Welt.
Theodizee (Leibniz)
„Versuch einer Theodicaea oder Gottrechts-Lehre von der Güthigkeit Gottes, Freyheit des Menschen und Ursprung des Bösen“ (Leibniz`eigene Übersetzung des franz. Originaltitels). Metaphysischer Optimismus (Vorläufer 17. Jh.: „mundus optimus“, „necessitas moralis Dei ad optimum“): Gott als das vollkommenste Wesen wählt aus einer Vielzahl möglicher Welten die bestmögliche aus und erschafft sie (Regel des Besten und Prinzip des zureichenden Grundes); das macht er aus Weisheit, nicht aus Notwendigkeit. Gott sorgt für das Glück der vernünftigen Geschöpfe, soweit es die Harmonie der Dinge (harmonia mundi) zulässt. Leibniz-Rezeption: anfängliche Kritik, später Physikotheologie (Bonität und Zweckgerichtetheit der Welt): „Alles ist gut.“
Theodizee (19. Jhdt)
teilweise Synonym für natürliche Theologie.