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philosophía (Aristoteles)
ἠ πρώτη υιλοσουία (die sich mit Ewigem und Unveränderlichem beschäftigt = θεολογία, Metaph. 1026a24) vs. zweite Philosophie (die sich mit Veränderlichem beschäftigt = Physik oder mit Gründen = Mathematik; Metaph. 1037a); υ. hier als Synonym zu ἐπιστήμη
philosophía (Stoa)
Unterteilung der Philosophie in Logik (inkl. Rhetorik und Dialektik), Physik und Ethik; weitere antike Phasen: - Ethische Ph. mit starker Betonung der Lebensführung - Auslegung von Plat. und Arist. - Philosophia perennis ab Plotin, Harmonisierg Pl.-Arist.
aísthēsis (Heraklit)
Die Menschen verstehen nicht zu sehen und zu hören (DK 22, B 19) ; Parmenides: Die Wahrnehmung täuscht den Geist (Gegensatz: νοῦς, νόησις, υρόνησις, επιστήμη). Dennoch: generalisierende Bedeutung bei Vorsokratikern fraglich (vgl. Horn-Rapp; dagegen: Peters).
aísthēsis (Platon)
sinnlicher vs. intelligibler Bereich; αἰ. hat teilw. rein passiven Charakter, teilw. aktive Komponente (vgl. Theaitetos)
aísthēsis (Aristoteles)
Systematik der αἰ.: intuitive Erkenntnis, Identität von Subjekt und Objekt (De an.), organische Wissenspräsenz; ohne vorherige αἰ. kein Denken möglich
aísthēsis (Stoa, Epikur)
sensualistische Wahrnehmungstheorie
aísthēsis (Baumgarten)
latein. Schrift „Aesthetica“ umfassende Wissenschaft von den Gesetzmäßigkeiten des sinnlich Schönen (Voraussetzung dafür: das Schöne wird nicht mehr ontologisch verstanden, sondern als eine allein von der subjektiven Wahrnehmung abhängige Wirklichkeit; bereits seit dem 17. Jh. v.a. in England angeregte Diskussion - perception, affection etc.; vgl. Shaftesbury, Hume, Burke). Mit Baumgarten ist der Begriff der αἰ. in die Philosophie zurückgekehrt. Später v.a. Popularästhetik als Frage nach der Wirkung des Schönen auf das empfindende Gemüt.
aísthēsis (Kant)
das ästhetische Urteil erfährt die Allgemeingültigkeit der Lust für jedes Gemüt („sensus communis aestheticus“)
alḗtheia
verschiedene Aspekte: ontologisch, epistemisch, logisch, ethisch-praktisch
alḗtheia (Parmenides)
ἀ. als der richtige Weg für die Menschen, der allein zu νοῦρ und λόγορ (und eben nicht zu δόξα) führt
alḗtheia (Platon)
Der Seinsbereich der intelligiblen Dinge (= Ideen εἴδη vs. Sinnendinge) ist das Wahre. Von hier aus wahres Wissen. Wahrhaftigkeit als Tugend bzw. beste Daseinsform; Aussagewahrheit (Soph.262a-263d)
alḗtheia (Aritoteles)
Korrespondenztheorie der Wahrheit – Wahrheit als eine Eigenschaft des Urteils (Metaph. IV 7, 1011b 26f.); ἀ. ππακτική – Übereinstimmung mit dem richtigen Streben (ὄπεξιρ; EN VI 2, 1139a26f.)
alḗtheia (Epikur)
Wahrheit liegt allein in den Sinnen
alḗtheia (Stoa)
ἀ. beherrscht als Vernunft den Kosmos
gnṓsis
γ. meint ursprünglich Sinneserkenntnis UND geistige Erkenntnis.
gnṓsis (Demokrit)
γ. als echtes = geistiges Erkenntnisvermögen (im Unterschied zum sinnlichen) (DK 68 B 11).
gnṓsis (Platon)
γ. = Erkenntnis des sich stets gleich bleibenden wahrhaft Seienden (Rep. V, 476, Apol. 27, Phaidr. 116), fast synonym zu ἐπιστήμη, in Verbindung mit ἀλήθεια und bestimmt von der Idee des Guten (vgl. Rep. VI 508d-509a).
gnṓsis (Aristoteles)
γ. im weiten (= ursprüngl.) Wortsinn. Jüdisch-hellenistisch (unter dem Einfluß Platons z.B. in der Septuaginta = Übersetzung des AT ins Griechische): γ. wird eingeengt auf die richtige Gotteserkenntnis (z.B. Philon von Alexandrien) --> γ. immer ein religiöser Begriff; vgl. auch NT (v.a. Paulusbriefe, z.B. Röm und Kor1 und Kor2).
gnṓsis (Gnostiker)
Bewegung der ersten nachchristl. Jh.e, unabhängig von Philosophie und Christentum; im Zentrum steht die mystische Schau.
gnṓsis (Fichte)
Gnostizismus ist das Prinzip, alle Aussagen der Theologie begrifflich prüfen zu wollen. Einfluss der Gnosis z.B. auf R. Steiner (Anthroposophie)
dialektikḗ
Zenon von Elea: Begründer der Dialektik
dialektikḗ (Platon)
δ. ist so etwas wie philosophische Analyse (Pol. VI-VII): Der Dialektiker befragt die Fachwissenschaften auf Voraussetzungen aller Art und dringt bis zu den letzten Elementen vor bzw. zur Idee des Guten (δ. als „synoptische“ Fundamentalwissenschaft). Später: dihairetische Methode (Klassifikation) als Inhalt der Dialektik (Soph., Phdr, Politikos,Phil.)
dialektikḗ (Aristoteles)
δ. geht von wahrscheinlichen Sätzen (Meinungen) aus (im Unterschied zur Beweisführung, die von letzten, nicht mehr rückführbaren Sätzen ausgeht, vgl. Anal.); argumentationsstrategisches Können, das befähigt, zu jedem Thema Stellung zu nehmen und Selbstwiderspruch zu vermeiden; Verhältnis zur Rhetorik unklar (Top., Anal.I, Rhet.).
dialektikḗ (Stoa/Hellenismus)
δ. gewinnt zunehmend die Bedeutung von „Logik“, die Sprache, Erkenntnis und formale Logik umfasst.
dialektikḗ (Kant)
D. ist das Verfahren der Vernunft, sich in Widersprüche zu verwickeln; andererseits das Verfahren, eben diese Widersprüche aufzudecken = Logik des Scheins (illusio), Pseudophilosophieren
dialektikḗ (Hegel)
D. „die wissenschaftliche Anwendung der in der Natur der Denkens liegenden Gesetzmäßigkeit und zugleich diese Gesetzmäßigkeit selbst (Enzyklop.); in ihrer Bewegung kommt das in Natur und Geist sich entfremdete Absolute zu sich zurück
dialektikḗ (Marx)
dialektischer Materialismus: innere Gesetzmäßigkeit der Ökonomie (Fortschritt): Kapitalismus (These) –> Diktatur des Proletariats (Antithese) –> klassenlose Gesellschaft (Synthese)
dóxa (Xenophanes)
Die Menschen erliegen in allem Wissen über Götter und Dinge der Meinung / dem Schein - δόκορ (altes Wort für δόκηζιρ bzw. δόξα); z.B. der Regenbogen ist in Wahrheit nicht die Göttin Iris (DK B 32); echtes Wissen nur bei den Göttern.
dóxa (Parmenides)
δ. in ausnahmslos negativer Bedeutung: die menschlichen Wahnvorstellungen (βποηῶν δόξαι), von den Sinnen abstammend, stehen im Gegensatz zur ἀλήθεια, die sich auf das eigentlich Seiende (ὄν) bezieht (Proömium des Lehrgedichts, DK 28 B1).
dóxa (Platon)
insgesamt ähnl. wie bei Parmenides; versch.e Bedeutungen in Frühdialogen ; Theaitetos: ὀπθὴ δόξα auch wenn sie die Gründe kennt, ist sie keine ἐπιζηήμη, weil nur auf Sinnendinge bezogen. Pol. 5 etc.: die δ. entspringt der Erkenntnis der Sinnendinge = „Wahrnehmungsmeinung“ (im Gegensatz zur νόηζιρ); vgl. Liniengleichnis.
dóxa (Husserl)
„Vermeinen“ als „positionales Bewusstsein mit seinen thetischen Charakteren“; „doxisches Vermeinen“ mit „doxischen Modalitäten“ als Grundformen thetischen Bewußtseins, dem letztlich eine „Urdoxa“ zugr. liegt
theōría (Pythagoras)
Das Leben ist ein Fest, zum dem die Besten kommen, um zu schauen, und nicht, um Beifall oder Geld zu erwerben (laut Cic. und Diogenes Laertius).
theōría (Platon)
Terminus θ. wird noch nicht in fixer Bedeutung verwendet, sondern z.B. gilt θεωρεῖν auch für Sinnendinge (Phd 99d, Rep. 7, 529b). Außerdem spielen viele andere optische Metaphern eine größere Rolle. Ausnahmen: Phaidr 247c „Betrachten des Wahren am überhimmlischen Ort“; Höhlengleichnis: „göttliche Betrachtungen“ (Rep. 7, 517d); θ. nur an einer einzigen Stelle anspruchsvoll verwendet (Rep. 6, 486a).
theōría (Aristoteles)
Die πρώηη θιλοζοθία ist ἐπιζηήμη θεωρηηική - die Wissenschaft von den ersten Ursachen (Met. A2, 982b7ff). θ. wird betrieben um ihrer selbst willen (Selbstzweckhaftigkeit). Das theoret. Leben (βίος θεωρηηικός) steht im Gegensatz zum politisch-praktischen (πολιηικός) wie auch zum Leben des Genusses (ἀπολασζηικός) und wird über diese beiden gesetzt (EN I 3, 1095b17). Die höchste Wiss. ist höchste Praxis: ζοθία, αὐηάρκεια, εὐδαιμονία. Das göttliche als höchstes Leben denkt sich selbst.
theōría (Plotin)
In Natur und Technik verlangt alles nach Betrachtung. Alles ist hier zugleich Betrachtung und Betrachtetes.
theōría (MA)
Von der Spätantike bis zum Ende des MA: Betonung auf theologisch- spiritueller Bedeutung des Begriffs, daneben wissenschaftliche Erkenntnis und exegetische Methode (Aufstieg zum höheren Schriftsinn) (Gregor von Nyssa, Dionysius Areopagita, Albertus Magnus, Thomas v. Aquin)
theōría (Neuzeit)
ohne kontemplatives Wissensideal der Antike; stattdessen: „Konstruktionsmittel, durch das man Erfahrungen einheitlich zusammenfasst und ihre Beherrschung ermöglicht“ (H. G. Gadamer).
lógos
Geburt der Philosophie: vom μῦθος zum λόγος
lógos (Heraklit)
λ. als die Weltordnung, auf die die Menschen hören sollten, um die Welt zu begreifen (DK 22 B 1); zugleich ist λ. das subjektive Korrelat dazu (die systematische Erörterung der Zusammenhänge in der Welt); λ. = göttl. Feuer und Schicksal.
lógos (Parmenides)
hört auf einen göttlichen λ., den er mit seinem eigenen λ. (seiner Erörterung) begreift.
lógos (Sophisten)
der λ. (die Rede) als Mittel und Waffe.
lógos (Platon)
vielfältige Verwendung; wichtig v.a. für grammatisch-logische Bedeutung von λ. als „Satz“: zunächst als Aneinanderreihung von Wörtern (Hauptwörter ὀνόματα und Verben ῥήματα; Euthyd., Krat., Theait.), später als Struktur (Soph.).
lógos (Aristoteles)
De interpr. der minimale λ. ist das (bedeutungsvolle) Einzelwort ; Cat. und Topik: λ. als sprachliche Formel, bes. als Definition (anstelle von ὅρος bzw. ὁρισμός); Rhet.: Über die Rede(kunst); Pol. 1253a10 Der Mensch (ἄνθρωπος) als ζῶον λόγον ἔχων (animal rationale); EN VI 1, 1138b20: das rechte Handeln folgt dem ὀρθὸς λ. (dem „richtigen“ λ.: wo die Leidenschaften im rechten Verhältnis sind).
lógos (Stoa)
Ausbau von Logik, Dialektik, Grammatik als weitere Analyse des λ.; Physik (in Nachfolge von Heraklit): λ. als die weltimmanente , den ganzen Kosmos durchdringende und lenkende Rede = Atem (πνεῦμα), Gott, Zeus, Vorsehung (πρόνοια), Schicksal (εἱμαρμένη); λ. ορθός: Die menschliche Vernunft liegt richtig, wenn sie mit der göttlichen Rede in Übereinstimmung ist, sodass der Mensch in seinem Handeln dem göttlichen Gesetz und damit seiner eigenen Natur folgt.
lógos (LXX, NT)
LXX: λ. als Wort Gottes = vollmächtiger Spruch des himmlischen Königs NT: Weiterentwicklung dieses Ansatzes; daneben: christologischer Würdetitel bei Johannes, z.B. Joh. 1, 1-3
lógos (Philon von Alexandria)
Kombination von platon. Schöpfungslehre (Timaios), stoischer λ.-Lehre und Bibel; Gott durchdringt mit seinem λ. die Welt (Immanenz unter Beibehaltung der Transzendenz)
lógos (Plotin)
λόγοι = Ideen auf der Ebene der Seele; der νοῦς fließt in die Weltseele und in die individuelle Seelen
nús
Bis Arist. 2 Bedeutungsstränge, die s. später vermischen: 1. menschl. Erkenntnisfähigkeit; 2. Prinzip des Kosmos. Xenophanes „ohne Anstrengung lenkt der Gott alles mit seiner Geisteskraft“ (DK 21 B25).
nús (Anaxagoras)
Prinzip der ersten Bewegung von allem aus der Urmasse heraus, ohne Grenze (ἄπειρος), mit nichts Anderem vermischt, damit er über alle herrschen kann; Ursache der Ordnung der Welt.
nús (Platon)
ν. nicht stringent verwendet: einerseits dasjenige, was das Seiende (die Ideen) erfasst (Rep. VI 506, Phaid. 65ef etc.); andererseits besitzt die ganze erschaffene (und beseelte) Welt ν. als Voraussetzung für ihre Ordnung und Schönheit (Tim.). Phaidr 246b etc.: ν. als Lenker des Seelenwagens.
nús (Aristoteles)
De anim. III 5 ν. ποιητικός der wirkende Geist (intellectus agens; vs. ν. παθητικός der erleidende Geist) bewirkt, dass das potentiell Erkennbare aktuell erkannt wird, indem seine Form aufgenommen wird; dieser ist getrennt und stirbt nicht mit dem Tod; wohl ident mit dem Unbewegten Beweger (Metaph XII 7). Der ν. kommt von außen (θύραθεν – „zur Türe herein“ De gen. an. 736b27-29). Gewisser Widerspruch zur Theorie des ν. als bloß rezeptives Vermögen (De anim. III 4). ν. als dianoetische Tugend (EN VI). ν. πρακτικός
nús (Stoa)
ν. mit ähnl. Bedeutung wie λόγος. Plotin.
nús (Hegel)
Konzeption der spekulativen Vernunft ausdrücklich im Rückgriff auf den ν.
sképsis
Skeptisches Denken findet sich seit den Anfängen der Philosophie überall da, wo die Kluft zwischen göttlichem und menschlichem Wissen betont wird. Phil. Position wird von Pyrrhon von Elis (360-270) begründet. Begriffliche Bezeichnung Σκεπτικοί erst spät (belegt erst im 2. Jh. n. Chr.). Skeptiker vertreten nicht selbständig eine Meinung, sondern beschränken sich darauf, die Positionen anderer Philosophen zu untersuchen.
sképsis (Pyrrhon)
Die Pyrrh. folgen undogmatisch (vs. Dogmatiker: die philosoph. Position beziehen) den Erscheinungen und fügen sich, ohne Wertungen zu vollziehen, den Sitten und Gebräuchen ihrer Gesellschaft. Für den Pyrrh. bleibt unklar, ob eine gesicherte Erkenntnis möglich ist.
sképsis (Akademiker)
Arkesilaos v. Pitane (315-241, Scholarch ab 268), Karneades v. Kyrene (213-128). Eine gesicherte Erkenntnis ist nicht möglich (negativer Dogmatismus).
archḗ
Frage nach der α. als Grund und Gegenwart der Dinge ist Ausgangspunkt für die Vorsokratiker. Später auch Frage nach der Ursache des Werdens.
archḗ (Anaximander)
das ἄπειρον ist ἀ. ; erstmalige Verwendung des Begriffs (lt. Arist.-Kommentator Simplikios) ; jedenfalls erstmals ein abstrakter (unstofflicher) Zugang zur Frage. Ähnliche Fragen bei Parmenides, Empedokles (Erde, Wasser, Luft, Feuer), Pythagoras (Zahl ἀριθμός), Leukipp (ἄτομον) u.a., obwohl der Terminus ἀ. nicht vorkommt.
archḗ (Platon)
ἀ. oft im zeitlichen Sinn („Anfang“), dann auch im Sinne von „Ausgangspunkt“ (Phaid 101d; in Parallelität zu ὑπόθεσις). ἀ. ἀνσπόθετος: der voraussetzungslose (absolute) Anfangspunkt (im Gegensatz zur Hypothese), der die Wissenschaft zwingend überzeugend macht und den die Dialektik durch kritisches Hinterfragen entwickelt. Phaidr. 245c: Seele als ἀ. der Bewegung.
archḗ (Aristoteles)
Zentraler Terminus. Übersicht über Geschichte und Gebrauch des Begriffes (Metaph. IV). Lehre von den vier ἀρταί = αἴτια (Material-, Formal-, Bewegungs- und Zweckursache). Die ἀ. des Handelns ist das Worumwillen (das angestrebte Gut = ἀγαθόν). ἀ. ἀνσπόθετος: der Satz vom Widerspruch.
génesis
das Werden neuer Dinge im Unterschied zur Veränderung des schon Vorhandenen (μεηαβολή). Gegensatz: Vergehen (θθοπά)
génesis (Xenophanes, Heraklit)
Betonung auf der Veränderung (auch Anaximander, Anaximenes)
génesis (Parmenides
Veränderung ist nicht möglich, weil nichts vom Nicht-Sein ins Sein kommen kann (DK28 B 8,6-41).
génesis (Platon)
Gegensatz zw. γ. und wahrem Sein (οὐζία). Was der γ. unterliegt, verändert sich beständig und ist darum kein Objekt des Wissens (ἐπιζηήμη), sondern des Meinens (δόξα). Tim. γ. ist die Abbildung idealer Vorbilder (Ideen) im Wahrnehmbaren durch einen göttlichen Schöpfer. γ. ist um des wahren Seins (der Ideen) willen (Phlb. 53d-54c).
génesis (Aristoteles)
umfangreiche Analysen der γ. (Phys. I 5-9, Metaph. VII 7-9, De generatione et corruptione): die Materie (ὕλη) vollzieht das Werden, indem sie von einer Form (εἶδορ, ηέλορ) geprägt wird; Auslöser ist die bewegende Ursache (γ. als eine Art von Bewegung = κίνηζιρ). Die substantiellen Formen leben nur durch das ständige Werden in den Dingen. γ. als Übergang (zwischen Sein und Nicht-Sein: ηὸ μεηαξύ) von der Möglichkeit (δύναμιρ) in die Wirklichkeit (ἐνέπγεια).
génesis (Stoa)
4 Weisen der γ.
génesis (Plotin)
γ. als Abbild, das gegenüber dem Urbild (ἀπσέηςπορ) stets eine Abschwächung bedeutet
eídos, idéa (Platon)
Platon verwendet die Termini wohl als erster im phil. Sinn (das Wesen einer Sache), wobei er sie gleichsetzt. Frühdialoge: ἐ. (ἰ.) als Definition von Tugenden (im Anschluss an Sokrates). Mittlere Dialoge (Phaid., Symp., Rep.): Ideen sind - geschichtslos und unveränderlich (vollkommen), - bestehen für sich unabhängig von den Dingen - Wesensursachen für das Sein der Dinge - die eigentlichen Objekte wissenschaftlicher Erkenntnis Spätdialoge: ἐ. als logische Art (= γένος). Insgesamt: keine „Ideen- lehre“, sondern viele versch. Zugänge zum immer selben Thema
eídos, idéa (Aristoteles)
ἐ. als Begriff der eigenen Überlegung, ἰ. als Bezeichnung für die (oft kritisierte) platon. Konzeption. Die εἴδη existieren nicht abgesondert (χωριζηόν) für sich selbst, sondern in den Dingen als Formalursache (μορθή) für das Material (ὕλη) bzw. als erkennbares Wesen (οὐζία). Logische Klassifikation: vom ἄηομον εἶδος über immer weitere εἴδη (= γένη) bis zu den obersten Aussagearten (καηηγορίαι). Äquivalente: ηὸ ηί ᾖν εἶναι, ηί ἐζηίν. ἐ. auch Zielursache (z.B. im Menschen) und Akt(ualisierung) (ἐνέργεια). Übersetzungen: „Form, Definition, Wesen, Art, Wirklichkeit“.
eídos, idéa (Stoa)
Die Ideen sind nicht Wesen der Dinge, sondern Gedanken der Seele. Später: I.en als Gedanken Gottes.
eídos, idéa (Plotin)
I.en als Gedanken des νοῦς, der mit den I.en identisch ist
eídos, idéa (Kant)
drei transzendentale Ideen=Vernunftbegr.e (Gott, Freiheit,Unsterblichkeit). Versuch einer Wiederbelebung der metaphys. I.lehre im Deutschen Idealismus (Schelling, Fichte, Hegel).
theós
Seit Anaximander (ἄπειρον) wird gerne der Terminus θεῖον „das Göttliche“ verwendet, auch um eine Distanz zu den Einzelgöttern des Mythos zu schaffen.
theós (Anaximenes)
(ἀήρ): die alten Götter werden mit den Naturkräften identifiziert.
theós (Xenophanes)
Unterschied zw. den vielen Göttern und dem einen größten Gott (Henotheismus). Geistige Subjekte, sittlich rein. Unangemessenheit anthropomorpher Gottesvorstellungen. Der größte Gott ist vollkommen
theós (Platon)
Der νοῦς ist die Ursache des Universums und ident mit Zeus; vgl. δημιοῦργος (Tim.). Der Gott (die eine intellegible Welt der Ideen) und die Götter (die Vielfalt der Ideen) sind vollkommen, Ursache alles Guten, unwandelbar und geistig. Höchster Gott ev. auch die Idee des Guten.
theós (Aristoteles)
synonymer Gebrauch von θεός, θεοί und θεῖον. Zentrale Ansichten in Metaph. XII zusammengefasst (Theologie des Arist.): Der erste, unbewegte Beweger der immerwährenden Kreisbewegung der Fixsternsphäre ist auch deren Zweckursache; er ist unwandelbar und ewig und hat das glücklichste und beste Leben im reinen Denken, das (als das Edelste) sich selbst zum Gegenstand hat (Denken des Denkens in der θεωρία), χωριζηός (abgetrennt) von allem Sinnlichen.
kínēsis (Heraklit)
Alle Welt ist voller Veränderung (κ.), doch darin geordnet.
kínēsis (Parmenides)
κ. existiert nicht, weil es eine Veränderung von Nichtseiendem zu Seiendem wäre; Nichtseiendes existiert aber nicht; der Eindruck von Bewegung täuscht. Vgl. auch die Zenonischen Paradoxien.
kínēsis (Platon)
Unterscheidungskriterium für sinnlich wahrnehmbare Dinge, die am Nichtsein teilhaben; dagegen die unveränderlichen Ideen. Später (Soph.): κ. ist selbst Idee, hat Teil an der Idee des Seienden, aber auch am Nichtseienden. Der Anfang der κ. liegt in der Seele (Einzelwesen oder Weltseele; Phaidr., Tim.).
kínēsis (Aristoteles)
κ. als zielgerichtete Verwirklichung eines Möglichen. Wechsel der Quantität (Zu-/Abnahme), Qualität (Veränderung) oder des Ortes (Ortsbewegung) (alle drei: μεταβολή). Seiendes gliedert s. in Bewegtes und Unbewegtes; das Bewegte in solches, das die Ursache in sich trägt (Natürliches) und solches, das die Ursache nicht in sich trägt (Künstliches). Ursache aller κ. ist der Gott als unbewegter (ἀκίνητος) Beweger (κινοῦν). Verschiedene Arten von κ.: menschliches Tun trägt Ziel teilweise in sich selbst, teilweise außerhalb seiner.
kínēsis (Plotin)
Übergang von der Unsichtbarkeit in die Sichtbarkeit
kósmos (Anaximander)
die geregelte Anordnung der Sphären Erde, Meer, Luft und Feuer.
kósmos (Empedokles)
κ. ist die durch die Liebe (θιλία) und Streit geprägte Mischung der vier Elemente.
kósmos (Pythagoras)
Das Universum ist ein κ., weil es auf mathematische Proportionen zurückführbar ist (ἁρμονία); der Anfang (ἀρχὴ) aller Dinge ist Zahl (ἀριθμός). (unklar, ob Terminus ab Pyth. oder später).
kósmos (Platon)
κ. als Synonym für „Olymp“, „Himmel“, „All“, „das Ganze“. Tim.: κ. als die durch die Vernunft des Demiurgen hergestellte Ordnung der Welt; dieses Geschöpf ist der „wahrnehmbare Gott“, das „Abbild des denkbaren Gottes“: einzigartig, vernünftig, beseelt, göttlich, unvergänglich, geworden.
kósmos (Aristoteles)
κ. ist kugelförmiges Lebewesen mit der Erde als unbewegter Mitte. Der unbewegte Beweger ist außerhalb des κ., während die (ebenfalls göttliche) Fixsternsphäre die äußerste Schicht des κ. ist. Der κ. ist Vorbild des Gemeinwesens.
kósmos (Stoa)
Der ungewordene, unvergängliche und begrenzte κ. ist ein autarkes Vernunftwesen, das mit πνεῦμα die Welt zusammenhält. Der Mensch ist Mikrokosmos. Der Weise ist Kosmopolit (Bürger eines Gemeinwesens, in dem das kosmische Vernunftgesetz herrscht).
usía (Platon)
οὐ. bezeichnet erstmals das ontologisch und epistemologisch Stabile und Wesentliche (als evaluative Auszeichnung): 1. Βei sinnlich wahrnehmbaren Objekten: das dauerhafte Wesen; 2. Bezogen auf die gesamte Realität: die unveränderlichen Formen (εἴδη) im Gegensatz zu den im Werden befindlichen Dingen der Sinnenwelt; 3. „Sein“ als Merkmal der Wirklichkeit.
usía (Aristoteles)
erste οὐ. sind die Einzeldinge vor den zweiten οὐ. (die Arten und Gattungen) insofern als die Einzeldinge immer Zugrundeliegendes (ὑποκείμενον) sind. Metaph. V 8: οὐ. ist 1. Zugrundeliegendes, 2. Ursache für das Sein wahrnehmbarer Dinge (z.B. Seele). Metaph. VII-VIII: ὑποκείμενον ist 1. Materie (ὕλη), 2. Form (εἶδος), 3. Einzelding (ζύνολον); von diesen ist nur 2. ein bestimmtes Dieses (ηόδε ηι) und abgeschieden (χωριζηόν), daher οὐ.; allerdings ist diese Form nun weder Einzelding (Cat.) noch Allgemeines (Platon), sondern: spezielle Form.
usía (Stoa)
materialistische Konzeption: οὐ. ist einerseits die Materie insgesamt, andererseits das einzelne stoffliche Substrat.
usía (Plotin)
οὐ. ist v.a. der Geist (νοῦς), daneben aber auch die sensible Substanz.
télos
2 Hauptstränge: 1. Natur, 2. Handlungen - Anfänge bei Anaximander, Heraklit und Anaxagoras: Das Einzelding hat im Gefüge des Weltganzen seinen wohl bestimmten Platz; aber nirgends τ. genannt.
télos (Platon)
Phaid.: eig. Beginn der Teleologie; nur die Frage nach dem Endzweck erlaubt abschließende Antworten in der Ursachenforschung. Rep.: Idee des Guten hat nicht nur praktische, sondern ontologische Komponente; Vermittlerin ist die „Bestheit“ (ἀρετή). Tim.: Die Weltordnung ist in sich zweckhaft, der Demiurg will, „dass alles gut ist“.
télos (Aristoteles)
Lehre von den Zwecken (τ. = τὸ οὗ ἕνεκα ἔστατον „das letzte Worumwillen“) in Ethik und Naturwissenschaft. Ethik: Das vollkommene τ. ist wahrer Selbstzweck = das Glück der vernünftige Erkenntnis (θεωρία). Die Natur ist in einem gewissen Sinn auf den Menschen hingeordnet. Insgesamt sind alle Lebewesen Realisierungen eines festgesetzten Sinnkontinuums (sie erhalten die Art, verfolgen zweckgerichtet ihre Ziele usw.). Finalursache.
telos (Stoa)
göttliche Vorsehung (πρόνοια) und universelle Vernunft (λόγος)  τ. ist großes Thema
phýsis (Anaximenes)
Luft als Urstoff
phýsis (Empedokles)
vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft)
phýsis (Demokrit)
Atome als Elemente der θ.
phýsis (Aristoteles)
die θ. ist ein gewisses Prinzip (ἀρτή) und Ursache (αἴηιον) von Bewegung und Ruhe in dem Ding, in dem sie primär an sich vorhanden ist (Phys. ΙΙ 1) – ein als bewegt bewegendes Prinzip. θ. ist Form (εἶδος) als Zielursache (ηέλος), die den möglichen Dingen zur Wirklichkeit (ἐνέργεια) verhilft. Auch der Prozess der Hervorbringung selbst heißt θ. (vgl. lat. „natura naturans“).